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Die Krimi Rezension „Das magische Jahr“ von Rob Alef

 

Das magische Jahr, Quelle: Unionsverlag

Der Kriminalroman „Das magische Jahr“ von Rob Alef erschienen erstmals 2008 im Rotbuch Verlag und erlebt jetzt in der metro-Krimireihe des Züricher Unionsverlages eine Wiederauflage. Der Krimi wurde 2009 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Rob Alef, 1965 in Nürnberg geboren, arbeitet als freier Rechtshistoriker und schreibt Satirisches für das Magazin Eulenspiegel und die tageszeitung. Der Autor ist in Berlin-Schöneberg polizeilich gemeldet, wo er schläft, kocht und Figuren ersinnt, die manchmal sterben müssen.

Kurzbeschreibung

Schneetreiben im Sommer. Am Abend des 2. Juni wird ein Antiquitätenhändler mit zertrümmertem Schädel aufgefunden. Für Hauptkommissar Pachulke und Kollegin Zabriskie ist schnell klar, dass es hier nicht um Raubmord geht.

Der Ermordete war ein enger Freund von Richard Dubinski, dem legendären Wortführer der Studentenbewegung der 1960er-Jahre. Als Pachulke sich mit einem anonymen Informanten auf dem zugefrorenen Müggelsee trifft, schlägt der Mörder erneut zu …

Rob Alef
Das magische Jahr
Paperback, 320 Seiten
Unionsverlag, 2012

Meine Meinung:

Die revolutionären Träume der 68er-Studentenbewegung stehen im Mittelpunkt des satirischen Krimi-Thrillers „Das magische Jahr“. Wie würde Berlin heute aussehen, wenn die Revolution den Sieg davon getragen hätte? Kurz vor den Siegesfeierlichkeiten fallen die engsten Genossen des einstigen Revolutionsführers Richard Dubinski einer Mordserie zum Opfer. Ein eiskalter Mörder schlägt unerbittlich zu.
Unermüdlich lassen Hauptkommissar Pachulke und seine Kollegin Zabriskie die revolutionsantiquarische Sammlung des ersten Opfers Prometheus Praumann durchstöbern. Neben dem allerersten Spülschwamm der Kommune I und einem abgeschnittenen Zehennagel vom Revolutionsführer persönlich findet sich auch ein Wasserglas von Theodor W. Adorno, dem Begründer der Frankfurter Schule, den die Kriminalisten anfänglich für einen Fußballer halten. Alefs Krimi sprüht voller aberwitziger krauser Ideen.
Am besten hat mir die Seenotrettungsstation auf dem im Sommer zugefrorenen Müggelsee gefallen, die von Pinguinen betrieben wird. Ihre Sprache, die öfters Anleihen bei schottischen Whiskey-Marken macht, ist schon fast genial. Überhaupt bei der Namensgebung für die Charaktere kennt Alef keine Gnade: Es gibt einen Professor Neander Irkustk, die Prostituierte Golden Delicious und den buddhistischen Mönch Bhikku Urdhva Kukkutasana. Bei den unzähligen skurrilen Einfällen, gerät die Krimihandlung fast zur köstlichsten Nebensache der Welt, dennoch geht die Spannung bis zur letzten Seite nicht verloren.

Kurz & Knapp: Absolut lesenswert. Ein satirischer Krimi mit Mehrwert, der neben Spannung auch zum Schmunzeln und Nachdenken anregt.

Ich danke dem Unionsverlag für das Rezensions-Exemplar.

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