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Die Krimi Rezension „Tiefe Narben“ von Petra Ivanov

Tiefe Narben, Quelle: Unionsverlag

Petra Ivanov lässt in dem Krimi „Tiefe Narben“ bereits zum fünften Mal ihr erfolgreiches Ermittler-Duo Regina Flint und Bruno Cavalli ermitteln. Die Schweizerin lebt als freie Journalistin und Schriftstellerin in Dübendorf bei Zürich und gewann mit dem vierten Band „Stille Lügen“ 2010 den Züricher Krimipreises. Die Taschenbuchausgabe erschien in der Metro-Reihe des Züricher Unionsverlags.

 

Kurzbeschreibung
Bauarbeiten fördern die Leiche einer Frau zutage. Die Rippen wurden mit einer Gartenschere durchtrennt, der Schädel mit einem spitzen Gegenstand aufgebrochen – dasselbe Muster wie beim „Metzger“. Aber der sitzt im Gefängnis. Ein Nachahmungstäter?

Doch woher weiß dieser, wie der „Metzger“ mit seinem Opfer verfahren ist? Die Einzelheiten waren nur den Ermittlern bekannt.
Da verschwindet eine weitere Frau. Mit ihr hatte Kriminalpolizist Bruno Cavalli ein Verhältnis. Verzweifelt hofft er, sie rechtzeitig zu finden. Vertrauen kann er nur noch Staatsanwältin Regina Flint, denn der Täter scheint über Insiderwissen zu verfügen.

 

Petra Ivanov
Tiefe Narben
Ein Fall für Flint und Cavalli
Paperback, 524 Seiten
Unionsverlag, 2012

 

Meine Meinung
In dem außergewöhnlichen Psychothriller „Tiefe Narben“ von Petra Ivanov tuen sich gleich schwerwiegende Verletzungen in mehrfacher Hinsicht auf. Nicht nur die Opfer des Frauenmörders, der sie regelrecht hinschlachtet, sind voller Narben, sondern auch die Ermittler, die Verdächtigen und der Täter weisen innerliche Narben auf. Der Krimi der Schweizer Autorin zeichnet eine brüchige Welt. Sie versucht, ihre Figuren bis in die tiefsten Tiefen auszuloten. Sogar das erfolgreiche Ermittlerduo steckt in einem verkorksten Beziehungsgeflecht. Beruflich arbeiten sie professionell zusammen, privat entzieht sich Kommissar Bruno Cavalli ständig seiner Lebensgefährtin, der Staatsanwältin Regina Flint, obwohl oder gerade weil sie von ihm schwanger ist. Die Beschreibung des Innenlebens der Figuren und wie sie miteinander agieren, macht den Krimi absolut lesenswert. Ivanov baut langsam einen intensiven Spannungsbogen auf, dessen Sog sich der Leser nicht ziehen kann. Die Ermittlungsarbeit, bei der natürlich einiges vollkommen schief läuft, steht im Mittelpunkt der Handlung. Der absolute Stimmungstiefpunkt beim Ermittlerteam ist erreicht als Kriminalkollegin Jasmin Meyer dem Mörder in der näheren Umgebung von Zürich in die Hände fällt. Cavalli verdächtig bald das gesamte Team, bis auf Flint, der er als Einzige noch über den Weg traut.
Wohltuend hebt sich „Tiefe Narben“ von anderen Psychothrillern ab. Die Schweizer Autorin versteht es, ihren Figuren Leben einzuhauen und auch kritische gesellschaftliche Themen aufzugreifen. In „Tiefe Narben“ thematisiert sie eindrucksvoll die Probleme der Kosovo-Albaner, die als Gastarbeiter oder traumatisierte Flüchtlinge in der Schweiz leben.

Kurz&Knapp: Absolut lesenswert. „Tiefe Narben“ ist ein raffinierter Psychothriller, der wirklich unter die Haut geht.

Ich danke dem Unionsverlag für das Rezensions-Exemplar.

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