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Die Krimi Rezension „Unter Trümmern“ von Jürgen Heimbach

Unter Trümmern, Quelle: Pendragon Verlag
Jürgen Heimbach wurde 1961 in Koblenz geboren. Nach einem Studium der Germanistik und Philosophie in Mainz arbeitete er als Regieassistent am Theater Mainz. Er organisiert Theaterfestivals, Ausstellungen und ist als Redakteur bei ZDFkultur beschäftigt. Jürgen Heimbach ist Autor zahlreicher Kurz-Krimis und Kriminalromane.

 

Kurzbeschreibung
Deutschland 1946: Die Zeiten sind hart. Hunger, Kälte und die Sorge um vermisste Angehörige dominieren das Leben. Paul Koch kehrt nach zwölf Jahren in das zerstörte Deutschland zurück. 1936 ging er nach Spanien, um gegen Franco zu kämpfen. Jetzt braucht die Polizei dringend jeden politisch Unbelasteten.

Doch Kollegen und Vorgesetzte begegnen dem Kriminalkommissar mit Misstrauen. Und auch Koch ist auf der Hut. Bei einem Überfall auf ein Warendepot wird ein Wachmann getötet. Paul Koch übernimmt den Fall, der ihn schon bald zu dem einflussreichen und aalglatten Bauunternehmer Helmut Brunner führt. Plötzlich stirbt der einzige Zeuge und Kochs Ehrgeiz ist geweckt.
Eher zufällig führen ihn seine Ermittlungen zu Dorle. Deren Mann wird vermisst und ihr Sohn ist schwer verwundet aus dem Krieg zurückgekehrt. Doch Medikamente gibt es nur auf dem Schwarzmarkt. Dorle will alles tun, um ihrem Sohn zu helfen. Wirklich alles?

 

Jürgen Heimbach
Unter Trümmern
Krimi
Paperback, 528S.
Pendragon Verlag, 2012

 

Meine Meinung
„Unter Trümmern“ ist ein historischer Krimi, der die entbehrungsreiche Zeit der Nachkriegsjahre wieder aufleben lässt. Der Krimi ist mit vielen Details geschickt, die den Leser ins Mainz des strengen Winters 1946 versetzen. Die Wunden des Krieges sind überall noch deutlich sichtbar, zerstörte Straßen und Häuser, das gesellschaftliche Leben liegt brach und jeder war damit beschäftigt, sich irgendwie Nahrung, Kleidung und Arbeit zu besorgen. Es ist eine verzweifelte Zeit, die Menschen haben keine Heimat, keine Hoffnung und kaum eine Zukunft. Hunger, Wohnungsnot und Kälte bestimmten den Alltag, Schwarzmarkt und Schiebereien blühen.
Kommissars Koch, der aus Spanien zurückkehrt, wittert überall die Gespenster des alten Regimes, auch unter seinen Kollegen. Keiner traut keinem, bei seinen Ermittlungen bleibt er fast auf sich allein gestellt. Mit Koch hat Heimbach eine lebendige Figur geschaffen, die selbst nicht frei von Widersprüchen ist. Ein Idealist, der sich kompromisslos gegen alle Widerstände durchsetzt und nicht locker lässt, bis der Fall geklärt ist. Innerlich dagegen ist er nicht frei von Schuld und begegnet den Dämonen seiner Vergangenheit, doch dies macht ihn nur umso sympathischer.
„Unter Trümmern“ ist aber auch die fast schon tragische Geschichte von Dorle Becker, die viel auf sich nimmt, um sich und ihrem Sohn durchzubringen. Eindruckvoll schildert Heimbach ihren Kampf ums Überleben und macht deutlich wie schnell die Moral dabei auf der Strecke bleiben kann.
Mit „Unter Trümmern“ ist dem Autor nicht nur ein spannender Krimi gelungen, sondern er lässt ein Stück Zeitgeschichte wieder lebendig werden.

Kurz&Knapp: Absolut lesenswert. Ein historischer Krimi mit Spannung und Tiefgang.

Ich danke dem Pendragon Verlag für das Rezensions-Exemplar.

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