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Die Krimi Rezension von „Behzat C. verschütt gegangen“ von Emrah Serbes

Behzat C., Quelle: Binooki

Behzat C., Quelle: Binooki


Emrah Serbes wurde 1981 in Yalova geboren, studierte Theaterwissenschaften in Ankara und schrieb Kritiken für das türkische Feuilleton. 2006 erschien sein erster Roman „Behzat Ç. – jede berührung hinterlässt eine spur“. Zwei Jahre später folgte „Behzat Ç. – verschütt gegangen“. Die beiden Krimis sind Grundlage für die gleichnamige TV-Serie, die sich rasend schnell zu einer der beliebtesten Sendungen der Türkei entwickelte.

 

Kurzbeschreibung
Mürrisch, kompromisslos wie und eh je und nach dem Tod seiner Tochter auch vollkommen wortlos ist der Hauptkommissar Behzat Ç. auch in „verschütt gegangen“ unermüdlich im Einsatz, widersetzt sich den Gepflogenheiten des türkischen Polizeiapparats und pflegt seine Vorliebe für Alkohol und Zigaretten.

In dem neuen Krimi von Emrah Serbes begeben sich der desillusionierte Polizist und seine Kollegen von der Mordkommission Ankara auf die Spur eines Serienmörders, der die Polizei nach jedem Mord über die Grabstätte der Opfer informiert. Behzat Ç., der sich mit dem Mörder nicht nur den Psychologen, sondern auch einige andere Wesenszüge teilt, buddelt sich mit seinem Team durch die türkische Hauptstadt, hinkt dem Täter aber trotzdem immer einen Schritt hinterher.

 
Emrah Serbes
Behzat C. verschütt gegangen
Englische Broschur, 320 S.
Binooki Verlag, 2012
Auch als eBook erhältlich
 

Meine Meinung
Der türkische Kommissar Behzat C. fällt in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen eines normalen Ermittlers. Nicht nur, dass ständig Bier lechzt und qualmt, wie ein Schlot, er teilt auch Ohrfeigen bei der Zeugenbefragung aus, verfolgt heimlich seine Verflossene, haust in einem Saustall und spricht kein Wort, mit niemandem. Sein Kollege Harun kennt 30 von 47 verschiedenen Arten des Schweigens seines Chefs. Er hat 1500 Tote und 3000 Verletzte gesehen, 2000 davon schwer. Mord ist das Einzige im Leben, von dem etwas versteht. Wäre da nicht Hoppa, sein humpelndes Kaninchen, um das er sich rührend kümmert.
Behzat C. ist ein rauer und reichlich desillusionierter Ermittler, der aber nicht locker lässt, bis der Serienkiller, der sich für „Lucky Luke“ hält, zur Strecke gebracht ist. Mit viel Ironie und Seitenhieben auf den normalen Polizeialltag hat Emrah Serbes seinen Krimi gespickt, der in der türkischen Hauptstadt Ankara spielt. „Behzat C. verschütt gegangen“ ist ein Krimi, der sich wohltuend von vielen Neuerscheinungen des Genres abhebt. Fans von skurrilen Krimis seien die Bücher von Emrah Serbes wärmstens empfohlen.
Anmerkung: Dem Binooki Verlag ist es zu verdanken, dass die beiden Krimis von Serbes ins Deutsche übersetzt wurden. Mit seinen Buchveröffentlichungen will der Berliner Verlag Einblicke in die vielfältige türkische Kultur abseits der breitgetretenen Stereotypen vermitteln. Dieses Anliegen ist im „Behzat C.“ mehr als gelungen.

Kurz&Knapp: Absolut lesenswert. Ein ungewöhnlicher, schräger Krimi aus der Türkei.

Ich danke dem Binooki Verlag für das Rezensions-Exemplar.

Weitere Titel des Autors

Behzat C. – jede berührung hinterlässt eine spur (2012)

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