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„Mit ein wenig Humor lässt sich vieles leichter bewältigen“

Interview mit dem Tiroler Krimiautor Dietmar Wachter

Dietmar Wachter, Quelle: Privat

Dietmar Wachter, Quelle: Privat


Dietmar Wachter, geboren 1962 in Zams, zählt zu den wenigen österreichischen Autoren, die „Tiroler Heimatkrimis“ schreiben. Er ist Kriminalbeamter bei der Polizeiinspektion Landeck und dort für die Tatortarbeit, Spurensicherung und Prävention an Schulen zuständig.


 

Krimilandblog: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Dietmar Wachter: Früher war ich eigentlich ein lese- und schreibfauler Kerl. Irgendwann in meiner Jugendzeit habe ich mich näher mit der Tiroler Heimatforschung befasst und so bin ich zum Schreiben gekommen. Meinen ersten Krimi schrieb ich erst im Alter von 48 Jahren.

Krimilandblog: Mit Kommissar Matteo Steininger haben Sie eine sympathische Hauptfigur geschaffen, der es eher geruhsam angehen lässt. Wie viel Dietmar Wachter steckt in dieser Figur drin?

Dietmar Wachter: Viele meiner Kollegen meinen, es liegt recht viel von meiner Persönlichkeit in diesem Inspektor Matteo Steininger verborgen und natürlich habe ich die meisten Anekdoten in meinen fast drei Jahrzehnten Berufserfahrung in ähnlicher Form selbst erlebt, anonymisiert und in das Geschehen eingebaut. So werden Szenen viel lebendiger.

Krimilandblog: Was sagen Ihre Kollegen bei der Polizeiinspektion Landeck dazu, dass Sie Krimis schreiben?

Dietmar Wachter: Meine Berufskollegen sind recht eifrige Steininger-Leser und kommen regelmäßig zu meinen Premieren und Lesungen.

Krimilandblog: In ihren Krimis spielen meistens historische Themen eine wichtige Rolle. Im ihrem Erstlingswerk sind es die „Holzfischer“ und in ihrem neuesten Krimi sind es italienische Einwanderer in den 60er Jahren. Haben Sie eine besondere Vorliebe für die Geschichte Tirols?

Dietmar Wachter: Natürlich. Meine Vorfahren mütterlicherseits stammen aus Italien, sind allerdings schon in den Dreißigerjahren nach Tirol ausgewandert. Und Heimatkunde war eigentlich immer eines meiner Lieblingsfächer in der Schule.

Lesung mit Schauspieler Franz Buchrieser und Sissi Wolf, Quelle: Privat

Lesung mit Schauspieler Franz Buchrieser und Sissi Wolf, Quelle: Privat

Krimilandblog: Ihre Krimis leben nicht zuletzt von den vielen urigen Nebenfiguren, die alle ihre eigene Geschichte haben. Verwenden Sie mehr Zeit für die Entwicklung ihrer Figuren als für eigentliche Handlung?

Dietmar Wachter: Ja, mit Vorliebe und Überzeugung. Ich versuche immer, eine klare, leicht verständliche Handlung zu schreiben und mit lustigen, skurrilen, traurigen oder mitunter recht komischen Geschichten zu garnieren, die sich halt so zutragen. Fast überall. Man braucht ja nur seine Augen öffnen und Ohren spitzen.

Krimilandblog: Welchen Stellenwert nimmt der Humor in ihren Krimis ein?

Dietmar Wachter: Mit ein wenig Humor lässt sich vieles leichter bewältigen und der Krimileser ist vielleicht auch froh, zwischen all den Grausamkeiten ein wenig Unterhaltung zu finden.

Krimilandblog: Ihr zweites Buch „Das Zigulum“ handelt von einem Serienmörder, der überhaupt nicht in die Idylle des kleinstädtischen Lebens passt. Wie ist eigentlich die Idee zu diesem Krimi entstanden?

Dietmar Wachter: Die Idee stammte von einem jungen Polizeikollegen. Ich fragte ihn während einer Nachtstreife, wie er den übergewichtigen Leichnam einer Frau am besten verschwinden lassen würde und er gab mir den Tipp zur Mumifizierung. So entstand die Rahmenhandlung des „Zingulum“.

Krimilandblog: Wann und wo schreiben Sie am liebsten?

Dietmar Wachter: Ich schreibe zu Hause in meinem Wohnzimmer oder im Garten bei einem Glas Wein, wann immer ich Lust dazu habe.

Krimilandblog: Haben Sie schon Ideen für weitere Krimis?

Dietmar Wachter: Ideen hätte ich mehr als genug. Heuer lege ich allerdings eine Pause ein, weil ich einen Vertrag mit einer österreichischen Filmproduktionsfirma angeboten bekam. Nun werde ich vorläufig einmal dieses Ziel verfolgen. Allerdings nicht um jeden Preis. Wenn Matteo Steininger verfilmt werden sollte, habe ich klare Vorstellungen im Kopf, die umgesetzt werden müssen.

Krimilandblog: Herr Wachter, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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