Ein Kommentar

Die Krimi Rezension „Die hohe Kunst des Bankraubs“ von Christopher Brookmyre

Die hohe Kunst des Bankraub,  Quelle: Galiani Berlin

Die hohe Kunst des Bankraub, Quelle: Galiani Berlin


Christopher Brookmyre, geboren 1968 in Barrhead bei Glasgow, ist ein vielseitiger Autor, den es in Deutschland erst noch zu entdecken gilt. Seine orginellen Romane haben ihm bereits mehrere Krimipreise eingebracht. Auf Deutsch ist von ihm bisher nur der Krimi „Wer schlafende Hunde weckt“ erschienen.
 

Kurzbeschreibung
Bei so einem Banküberfall möchte man auch mal dabei sein: Fünf Straßenakrobaten mit Clownsmaskenkapriolen von der Fußgängerzone bis in die Schalterhalle einer Glasgower Bank. Einer wirbelt im Salto über die Schutzabsperrung, alle haben plötzlich Waffen in der Hand, und ihr Anführer verkündet freundlich: »Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, Sie nehmen teil an einem Banküberfall.«

Doch die Räuber sind nicht nur Akrobaten, sie haben ihrem »Publikum« auch sonst einiges zu bieten: Die Geiseln werden mit einer Theatervorführung von Warten auf Godot bespaßt, während der Safe-Computer geknackt wird; und am Ende gibt es noch ein lustiges Kunstgemälde-Raten für alle. Die Polizei draußen findet die Geiselnahme naturgemäß weniger amüsant. Officer Angelique de Xavia, Single, vom Chef gedisst, heute 30 geworden, hat eh schon einen schlechten Tag … Doch dann trifft sie auf Zal, den Anführer der Bande – und schon vor der spektakulären Flucht der Safeknacker knistert es gewaltig zwischen den beiden. Der Gangster und die Polizistin lassen sich auf eine für beide riskante Affäre ein. Keiner kann dem anderen trauen, und sicher ist nur, dass der Bankraub erst der Auftakt für einen noch viel größeren Coup ist, ein täuschungstechnisches Großkunstwerk.

 
Christopher Brookmyre
Die hohe Kunst des Bankraubs
Paperback, 384 Seiten
Galiani Berlin, 2013
 

Meine Meinung
Nicht ist wie es scheint, diese Erfahrung muss nicht nur nur Officer Angelique de Xavia machen, als sie auf Zal, den Anführer der Bande, trifft. Der schottische Autor Brookmyre versteht es vortrefflich den Leser mit irrwitzigen Situationen und amüsanten Wendungen zu überraschen, dabei sollte man allerdings auch deftigeren Zoten nicht abgeneigt sein. Die Charaktere, einschließlich der beiden Helden „Räuber“ Zal und „Gendarm“ Xavia, wirken trotz ihrer verschobenen Charakterzügen einfach sympathisch. Brookmyre versteht brillant, seinen Krimi mit mehr als nur einen doppelten Boden auszustatten. Er inszeniert eine Geschichte, bei dem er den Leser brillant an der Nase herumführt (beim Schreiben muss er wohl ständig vor Vergnügen geschmunzelt haben). Sowohl sein Hauptprotagonist Zal als auch der Autor selbst verstehen sich als Meister der Täuschung und der Irreführung. Dazu gehören bespaßte Geiseln, gescheiterte Künstler, dumme Polizisten, gemeine Gangster und eine mehr als ungewöhnliche Lovestory. Neben der skurrilen Krimihandlung machen die geschliffenen Dialoge und der Glasgower Lokalkolorit )einschließlich der besonderen Rivalität zwischen Celtics- und Rangers-Fans) „Die hohe Kunst des Bankraubs“ zu einem amüsanten Lesespaß.

Kurz&Knapp:Ein Krimi, der es versteht, Verbrechen kunstvoll zu verpacken.

Ich danke Galiani Berlin für das Rezensions-Exemplar.

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