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Die Krimi Rezension „Krieg der Bastarde“ von Ana Paula Maia

Krieg der Bastarde, Quelle: A1 Verlag

Krieg der Bastarde, Quelle: A1 Verlag


Ana Paula Maia, geboren 1977 in Nova Iguaçu, einer Millionenvorstadt von Rio de Janeiro, hat als Jugendliche in einer Punkband gespielt. Während des Studiums der Publizistik begann sie neben Werbetexten auch Theaterstücke, Drehbücher und Romane zu schreiben. Ihr Roman „Krieg der Bastarde“ wird in Brasilien verfilmt.

 

Kurzbeschreibung
Amadeu wittert seine große Chance, als er eine Tasche voll Kokain aus dem Chefbüro der Pornoproduktionsfirma entwendet, für die er arbeitet. Er macht es zu Bargeld, um seine Geliebte Gina Trevisan, eine illegale Preisboxerin, von ihren Schulden zu befreien und mit ihr ein neues Leben zu beginnen.

Den Erlös und einen Rest des Kokains versteckt er unter den Dielen eines Dachbodens. Doch dann kommt alles anders, Amadeu wird überfahren. Kaum einer weiß, dass Amadeu nicht mehr lebt, und die Suche nach ihm, nach dem Stoff und dem Geld bringt immer groteskere Situationen hervor. Auftragskiller jagen den Toten, der Chef der Produktionsfirma braucht einen neuen Kühlschrank und mehr Geld, Amadeus ehemaliger Vermieter quartiert nach einem brutalen Boxkampf dessen Geliebte Gina bei sich ein, und der Erzähler zieht auf den Dachboden, ohne zu ahnen, dass unter seinen Füßen Tausende Real verborgen liegen.

 
Ana Paula Maia
Krieg der Bastarde
Hardcover, 224 S.
A1 Verlag, 2013
 

Meine Meinung
Die Brasilianerin Ana Paula Maia präsentiert mit „Krieg der Bastarde“ einen rasanten Pulp-Roman, der nur so von skurrilen Personen und Situationen wimmelt. Gewidmet hat sie ihren Roman den „Verkommenen, Maßlosen und Abtrünnigen“, aber sie versteht es – trotz aller Überzeichnung – den zwielichtigen Großstadt-Gestalten „wahres“ Leben einzuhauchen. Sie gewährt tiefe Einblicke, in das Gefühlsleben der Underdogs, zeigt neben der harten und rohen Seite, auch ihre einfachen Freuden, ihre Melancholie und ihre Sehnsüchte auf. Vereint sind sie alle in ihrem großen Traum, der Jagd nach dem schnellen Geld, das in Gestalt einer roten Tasche voll mit Koks auftaucht. Sie alle sind Getriebene, die dem Schicksal ausgeliefert sind, das sie manchmal – wie im wirklichen Leben – überraschend trifft. Ein Verkommender, langsam vor sich hin schimmelnder Dachboden entwickelt sich dabei als der zentrale Schauplatz des Romans.
Ana Paula Maia kreiert eine unterhaltsame Geschichte, die gespickt ist mit absurden Zufällen, viel Situationskomik und kleinen Remissenzen an die Weltliteratur. Die Story fällt dabei genauso abstrus aus, wie die Protagonisten, die eine Reihe von Zufällen zueinander führt. „Krieg der Bastarde“ ist schreiend komisch und grausam zugleich – eben ein aberwitziger, irrwitziger Roman.

Kurz&Knapp: Lesenswert: Ein brasilanischer Pulp-Roman mit Witz und Esprit.

Ich danke dem A1 Verlag für das Rezensions-Exemplar.

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