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Die Krimi Rezension „Noah“ von Sebastian Fitzek

Noah, Quelle: Bastei Lübbe

Noah, Quelle: Bastei Lübbe


Dieser Fitzek ist anders als seine Vorgänger, um die wichtigste Erkenntnis gleich an den Anfang zu stellen. In „Noah“ geht es diesmal um nichts Geringeres als um die Rettung der Welt.

Fitzek bekannt für rasante nervenkitzelnde Psychothriller wandelt diesmal auf den Spuren des US-amerikanischen Beststellerautors Dan Brown und widmet sich den weltumspannenden Verschwörungstheorien. Und Fitzek hält diesen Vergleich durchaus stand, ja meiner Meinung nach, hat er diesmal sogar die Nasenspitze vorn.

Mann ohne Vergangenheit

Ein namenloser Mann wacht mit einer Schusswunde im Unterschlupf eines Obdachlosen in einem stillgelegten U-Bahn-Gleis im Berliner Untergrund auf. Er kann an nichts erinnern und weiß auch nicht, wie er nach Berlin kann. Sein Gedächtnis verzeichnet einen totalen Blackout. Einzig ein Tattoo in seiner Handfläche weißt möglicherweise auf seinen Namen „Noah“ hin. Fitzek lässt es ruhig angehen. Gemeinsam mit Oskar, der seine Wunde versorgt hat, teilt Noah das Leben des Heimatlosen und hört sich dessen verschrobene Verschwörungstheorien an. Noah bleibt nichts anderes übrig, als sich Oskar einfach anzuschließen. Das ungleiche Paar schlägt sich auf ihre Art durch den kalten Winter. Doch Noah spürt situativ, dass er über besondere Fähigkeiten verfügt. Eindrucksvoll stellt Fitzek hier seine Stärke unter Beweis, den Romanfiguren Leben einzuhauen, dass man beim Lesen meint, man schaut ihnen direkt über die Schulter. Dann ändert ein Anruf bei einer New Yorker Redaktion aufgrund eines Zeitungsbildes, das Leben von Noah von einer Minute auf die nächste. Er muss das Heft wieder in die Hand nehmen …

Hetzjagd durch Europa

Nach einem eher beschaulichen Anfang dreht Fitzek richtig auf und lässt seinen Helden quer durch Europa hetzen auf der Suche nach seiner Identität und natürlich, um die Welt zu retten. Dabei brennt der Autor ein Feuerwerk von Cliffhängern, überraschenden Wendungen und rasanten Action-Szenen ab. Was hat Alicia aus Lupang Pangako, einem Slum auf den Philippinen, mit der Geschichte zu tun? Welche Rolle spielen die schwangere Journalistin Celine Henderson? Und warum wird ein Attentat auf den Pharmaunternehmer Jonathan Zaphire verübt, der ein wirksames Medikament gegen die weltweit grassierende Manila-Grippe auf dem Markt bringt?

Ernstes Thema spannend verpackt

Fitzek lässt in „Noah“ die Handlungsstränge aus aller Welt zusammenlaufen und konzertiert sich diesmal nicht allein auf die deutschen Lande. Schließlich geht es neben spannender Unterhaltung auch um ein ernstes Thema, das alle angeht. Die Übervölkerung wird sich auf absehbare Zeit zu einem ernsten Problem entwickeln, wenn keine Lösung gefunden wird. Im Nachwort betont Fitzek, dass er Fragen aufgeworfen hat, auf die er selbst keine Antwort weis. Fitzek will unterhalten und zum Nachdenken anregen, für eines der dringlichsten Probleme unserer Zeit. Die vielleicht wichtigste Frage, wie geht jeder heutzutage mit den wichtigen Ressourcen der Erde um?

Kurz&Knapp: Absolut lesenswert. Ein Thriller, der es wirklich in sich hat. Unterhaltsam, spannend und nachdenklich stimmend.

Sebastian Fitzek
Noah
Hardcover, 560 S.
Bastei Lübbe, 2013

Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, (2006) war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.

Ich danke Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.

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