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Die Krimi Rezension „Tatjana“ von Martin Cruz Smith

Tatjana, Quelle: C. Bertelsmann Verlag

Tatjana, Quelle: C. Bertelsmann Verlag


Arkadi Renko ist zurück, 32 Jahre nach seinem berühmten „Gorki Park“, lässt der amerikanische Krimiautor Martin Cruz Smith seinen russischen Detektiv, der dem Schmuggel von Zobeln ein Ende bereitete, wieder bei der Moskauer Polizei wieder ermittelt.

Cruz Smith zeichnet in ein hoffnungsloses Bild vom neuen Russland. Korruption in Politik und Wirtschaft, organisiertes Verbrechen, Schlägertrupps und Einschüchterungen drücken dem Land ihren Stempel auf. „Russland ist ein betrunkener Bär, mal unterhaltsam, mal eine Bedrohung…“, heißt es treffend in dem Thriller.

Spur führt nach Kalingrad

Gleich zwei Todesfälle, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, beschäftigen den zähen Chefermittler Renko. Der milliardenschwerer Oligarch Grischa Grigorenko wird erschossen und in der gleichen Woche stürzt die kritische Journalistin Tatjana Petrowna aus dem sechsten Stock in den Tod. Die offizielle Version lautet Selbstmord, doch Renko stutzt, nicht zuletzt weil die Leiche plötzlich unauffindbar ist. Arkadi entdeckt ihre Tonbänder und findet heraus, dass ihre letzte Recherche sie nach Kaliningrad führte. Dort traf sie einen Dolmetscher, der ihr ein verschlüsseltes Notizbuch überliess. Kalingrad, das frühere Königsberg, wirkt mit seinen unseligen Plattenbauten und heruntergekommenen sowjetischen Bauten reichlich trostlos und verkommen. Nicht viel anders sieht es in Renkos Inneren aus.

Mann mit Vergangenheit

Die Vergangenheit hat tiefe Spuren in ihn hinterlassen: Sein Vater, eines berüchtigten Armeegeneral, hat sich im Wahn erschossen und seine Mutter beging Selbstmord. In jungen Jahren hatte er eine glänzende Karriere in Aussicht, aber irgendwie war er abgeschweift. Renko, mit einer Kugel im Kopf, die jeden Augenblick sein Tod bedeuten kann, lässt sich nicht davon abhalten, den Fall wie ein Besessener trotz aller Widerstände weiterzuverfolgen.

Schnörkellose Story

Cruz Smith erzählt eine gradlinige Geschichte, die ohne Weitschweifigkeit auskommt, präzise und atmosphärisch dicht wirken Szenen und Dialoge. Die Figuren sind überzeugend gezeichnet und sorgen garantiert für Spannung. Welche Rolle spielt Alexi, der Sohn des Oligarchen Grigorenko oder der undurchsichtige Dichter Maxim Dal mit seinem silbernden Zil?

Kurz&Knapp: Lesenswerter Thriller, der nach einer Verfilmung geradezu schreit.

Martin Cruz Smith
Tatjana
Broschiert, 320 S.
C. Bertelsmann Verlag, 2013

Martin Cruz Smith, 1942 in Philadelphia geboren, gelang mit dem Thriller „Gorki Park“ ein Welterfolg,. Seither hat der russische Ermittler Arkadi Renko eine große Fan-Gemeinde. Martin Cruz Smiths Romane wurden bereits in 14 Sprachen übersetzt. Zuletzt erschienen von ihm bei C. Bertelsmann: „Stalins Geist“ (2007) und „Die goldene Meile“ (2010).

Ich danke dem C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

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