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Die Krimi-Rezension Roadkill von Eyre Price

Roadkill, Quelle: Heyne Verlag

Roadkill, Quelle: Heyne Verlag


Roadkill ist ein wunderbar durchgeknallter Roadtrip quer durch die USA und gleichzeitig ein Buch über die Geschichte des Blues von seinen Anfängen bis hin zum Punk. Passt das zusammen? Eyre Price gelingt das literarische Kunststück mit Bravour.

Welchen besseren Ausgangspunkt für seinen Roadtrip hätte Price wählen können als Las Vegas, das El Dorado der Glücksritter. Mittendrin Daniel, ein Loser par excellence, der Musikpromoter ist nicht nur beruflich und privat gescheitert, sondern hat sich zu allem Unglück auch mit einem russischen Mafiosi eingelassen.

Die Jagd beginnt
Nun hängt sein Leben am sprichwörtlich seidenen Faden, ein Muskelprotz namens Moog lässt ihn vor Balkonbrüstung des Penthouse im höchsten Hotel baumeln. Glücklicherweise verfügt der Musikpromoter in seinem Safe über eine eiserne Geldreserve. Aber es kommt noch dicker für ihn. Nicht nur, dass der russische Mafioso ihm den kleinen Finger abschneidet und zwei Killer mitschickt, um sein Geld zu holen, nein, als er den Safe öffnet, ist er leer, bis auf eine CD mit einem Blues-Song. Daniel begibt sich auf eine rasante musikalische Schnitzeljagd.
Ihm auf den Fersen sind Moog, der Lieblingsleibwächter des Mafiosi, der durchgeknallte mexikanische Killer Rabidoso, dessen Name mehr als Programm ist, sowie eine wilde Horde Motorradrocker, die alle geradewegs aus einem Tarantino Film entsprungen zu sein scheinen.

Zurück zu den Wurzeln
Daniel löst das Rätsel des Songs, aber auf seinem Weg warten noch viele musikalische Rätsel, die in zu den Stätten des Blues quer durch die Staaten führen. Das Mississippi-Delta, New Orleans, Memphis, Nashville, Chicago, Cleveland, Detroit und Philadelphia sind einige Stationen auf seinem Weg. Unterstützung erfährt er durch einen mysteriösen guten Geist des Blues und Rock`n`Roll, der immer wieder in verschiedenen Gestalten seinen Weg kreuzt, wenn er es am Dringendsten braucht.

Blues & Killer
Price unternimmt aber nicht nur eine ungewöhnliche Seesighting-Tour zu den Schauplätzen der Musik, sondern man merkt dem Autor seine Liebe zur Musik und seine Kenntnisfülle an, die manchmal fast in einer Geschichte der Blues und Rock`n`Musik abrutscht, wären da nicht die Verfolger, die Daniel immer dichter auf den Fersen sind und eine blutige Spur hinterlassen.
Roadkill ist ein Thriller, der mit lakonischem Witz, überraschenden Wendungen, reichlich durchgeknallten Typen, exzessiver Gewalt und viel Blut aufwartet. Und eine Hommage an Blues und Rock`n`Roll in Form einer Reise zu den Schauplätzen, wo einst Geschichte geschrieben wurde. Nein, der Rock and Roll kann nicht sterben…

Kurz&Knapp: Lesenswert. Roadkill ist skurriler Thriller, Roadtrip und musikalische Reise zu gleich.

Eyre Price
Roadkill
TB, 480 S.
Heyne Hardcore, 2014

Eyre Price, geboren in Syracuse, ist auf den amerikanischen Highways zuhause. Neben dem Schreiben ist Musik seine große Passion. Zusammen mit seinem Sohn ist er den Blues Highway entlanggefahren, von Minnesota, wo Bob Dylan seine Kindheit verbrachte, bis nach New Orleans. Seine Eindrücke auf dieser Pilgerfahrt sind die Grundlage für Roadkill. Wenn er nicht gerade on the road ist, lebt Price mit seiner Frau und seinem Sohn in Illinois.

Ich danke dem Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar.

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