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Die Krimi-Rezension „Heldenfabrik“ von Christian von Ditfurth

Heldenfabrik, Quelle Carl´s book

Heldenfabrik, Quelle Carl´s book


Dieser Kommissar ist einfach nur Klasse. In seinem neusten Thriller „Heldenfabrik“, der Auftakt zu einer neuen Serie ist, hat Christian von Ditfurth mit Hauptkommissar Eugen de Bodt eine Romanfigur geschaffen, die mich fasziniert. de Bodt ist anders als die meisten Kommissare. Er ist eine eindrucksvolle Persönlichkeit, elegant gekleidet, klassisch gebildet, ein brillanter Kriminalist und hat einen gehörigen Schuss Aufsässigkeit.

Wenn es ihm zu bunt wird, lässt er sogar seine Chefs und den Polizeipräsidenten eiskalt abblitzen. Er ist die smarte Ausgabe von „Schimanski“, der es mit allem und jedem aufnimmt. Doch immer wieder blitzt seine Schattenseite durch, seine Frau und seinen beiden Kinder sieht er selten, denn eigentlich hält er es kaum mit jemanden aus. „Oft auch nicht mit sich selbst“, wie er eingesteht. „Ich verfluche den Tag, als ich beschloss Polizist zu werden. Immer die gleichen Fragen, immer die gleichen Antworten. Der Ekel angesichts der Leichen, die Langeweile der Routine, die Biederkeit der Kollegen. Die Ödnis der Büros.“ De Bodt wurde Polizist, weil er seinem Vater, einen einflussreichen Gelehrten, eines auswischen wollte. Nun bereut er es, im Schmutz zu wühlen.

Ihm zur Seite stehen die Kommissarin Silvia Salinger, eine attraktive Mittdreißigerin mit der Angst, keinen Mann abzubekommen, und der Assistent Ali Yussuf, ein blonder Türke mit der Zappelphillip-Syndrom ADHS. Überhaupt die Figuren, die v. Ditfurth erschafft, bilden ohne Ausnahme ein Super-Ensemble. Sei es nun der Oberbösewicht Bob, André, der Killer, der sich ausschließlich vegetarisch ernährt oder Kamman, der umtriebige Mann vom Verfassungsschutz, um nur die wichtigsten Hauptpersonen zu nennen.
Hinzu kommt eine Story, die es wirklich in sich hat. Kommissar de Bodt erster Fall in der Hauptstadt sorgt für reichlich Aufregung. Ein Killerkommando stürmt die Vorstandssitzung eines Berliner Pharmakonzerns und richtet alle Anwesenden hin. Die sieben Leichen werden, zusammengebunden zu einem Kranz, auf der Spree treibend entdeckt. Dabei ein Koffer, der nur ein Gedicht von Rilke enthält. Weitere Morde gibt es in Lübeck und Kiel und ein Killer zieht eine Blutspur durch das Land. Bald wird klar, dass bei der „Berlin-Brandenburgischen Chemie AG“ nicht alles mit rechten Dingen zu ging. Der Konzern ist in Korruption und andere krumme Geschäfte verwickelt. Der Verfassungsschutz hat sich ebenfalls eingeschaltet, da nationale Interessen berührt sind, und ermittelt verdeckt, nicht einmal de Boldt soll davon Wind bekommen. Die Jagd nach dem Drahtzieher verläuft äußerst turbulent …
Christian v. Ditfurth ist mit „Heldenfabrik“ ein brillanter Thriller gelungen, der alles enthält, was einen guten Beststeller auszeichnet, eine rasante Geschichte, ein temporeicher Stil, geschliffene Dialoge, ein Schuss Medien- und Gesellschaftskritik und ausgefeilte Charaktere – allen voran Hauptkommissar Eugen de Bodt.

Kurz&Knapp: Absolut lesenswert. Ein temporeicher Thriller mit viel Esprit und Charme.

Christian von Ditfurth
Heldenfabrik
Paperback, 448 S.
2014, Verlag Carl´s books

Christian von Ditfurth,
geboren 1953, ist Historiker und lebt als freier Autor in Berlin. Zuletzt hat er neben Sachbüchern und Thrillern (Das Moskau-Spiel, 2010) Kriminalromane um den Historiker Josef Maria Stachelmann veröffentlicht, die auch in den USA, in Frankreich, Spanien und Israel veröffentlicht wurden. Zuletzt erschienen „Das Dornröschen-Projekt“ und „Tod in Kreuzberg“.

Ich danke Carl´s Books für das Rezensionsexemplar.

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