Hinterlasse einen Kommentar

Die Krimi-Rezension von „TrailerPark“ von Jörg Juretzka

Juretzka TrailerPark, Quelle: Rotbuch Verlag

Juretzka TrailerPark, Quelle: Rotbuch Verlag

Jörg Juretzka bleibt sich auch in seinem neuesten Kriminalroman treu. TrailerPark, der mittlerweile zwölfte Band in der Reihe um Ex-Privatdetektiv und Ex-Kneipier Kristof Kryszinski, liefert eine abgefahrene Story, reichlich skurrile Charaktere und rasiermesserscharfe Dialoge.

Kristof übernimmt diesmal einen ganz besonderen Fall, er steckt selbst tief in der Bredouille. Wie konnte er auch nur so verrückt sein und der Mafia von Marseille einen großen Batzen Drogengeld klauen. Da seine Ermordung beschlossene Sache ist, taucht er nach einer wilden Flucht durchs frühsommerliche Frankreich in einem kleinen portugiesischen Surferstädtchen unter. Getarnt als lettischer Werftarbeiter haust in einem windschiefen Wohnwagen mit Ofenheizung in einem Trailerpark direkt am Meer. Doch der Winter naht und er steht vor der Entscheidung, zu flüchten oder auszuharren. Kristof versucht, seine Spuren so gut es geht zu verwischen, doch bald steht nicht nur Pierfrancesco Scuzzi, sein Sandkastenkumpel, Freund für Leben und Klotz am Bein vor der Tür, sondern auch die Auftragskiller sind ihm dicht auf den Fersen. Wird ihn seine Tarnung schützen?

Juretzka hat einfach einen unnachahmlichen Stil, seine Bücher sind voll von verrückten Einfällen und skurrilen Charakteren. In TrailerPark tritt Kristof rauer als gewohnt auf, mag es an der frischen Meeresluft oder an den nicht zimperlichen Verfolgern liegen. Der Ruhrpott-Chandler muss sich diesmal arg ins Zeug legen, um einen Ausweg aus dem Schlamassel zu finden. Gut, dass er Bekanntschaft mit dem Kongolese Mombassa, der ihm in brenzligen Situationen zur Seite steht. Von der weiblichen Seite droht die geringste Gefahr. Doch seine Affären haben es in sich, Kristof scheint bei Bond in die Lehre gegangen zu sein. Und Yara, die für ihren Vater Jorge Marquez, den Besitzer des Trailerparks, die Miete eintreibt, setzt ihm ebenfalls ordentlich zu.
Ich schätze die Krimis von Juretzka, denn sie heben sich deutlich vom Gros der Masse ab. Sie sind einfach anders. Manchmal überdreht, aber immer randvoll mit irrwitzigen Einfällen, die einfach zum Weiterlesen animieren. Langeweile kommt da bestimmt nicht auf. Weiter so Juretzka, in Kryszinski steckt noch reichlich Potenzial.

Kurz&Knapp: Absolut lesenswert. Skurril, abgefahren und kultig – der neue Krimi um den Ruhrpott-Chandler Kristof Kryszinski.

Jörg Juretzka
TrailerPark
Hardcover, 224 S.
Rotbuch-Verlag, 2015

Jörg Juretzka, 1955 in Mülheim an der Ruhr geboren, ist gelernter Zimmermann und baute Blockhütten in Kanada, bevor er sich aufs Schreiben konzentrierte. Sein Krimi-Erstling „Prickel“ erschien 1998 und wurde mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Es war auch der erste Fall für den abgerockten Privatermittler Kristof Kryszinsky.

Ich danke dem Rotbuch Verlag für das Rezensionsexemplar.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: